|

Die islamische Republik Iran
will Lieferant für das Pipeline-Projekt Nabucco werden. Das sagte der
stellvertretende Ölminister des Landes, Azizollah Ramazani, im Gespräch
mit der WELT. "Wir sind bereit, Gas nach Europa zu liefern." Sein Land
könne bis zu 35 Mrd. Kubikmeter im Jahr für den Export bereitstellen,
sagte Ramazani am Rande der Weltgaskonferenz in Buenos Aires. Das
entspricht etwa einem Drittel des jährlichen Verbrauchs in Deutschland.
Sollte eine Einigung mit dem
Iran gefunden werden, wäre das der wirtschaftliche Durchbruch für das
Projekt. Mit der Nabucco-Pipeline sollen Gasfelder im Mittleren Osten und
in Zentralasien an die europäischen Netze angeschlossen werden, um so die
Abhängigkeit von russischen Lieferungen zu verringern. Erst im Sommer
hatten die fünf Nabucco-Staaten mit Hilfe der EU-Kommission ein
internationales Abkommen unterzeichnet, um Rechtssicherheit für Investoren
zu schaffen. Ab 2014 soll Gas fließen. An der Pipeline ist unter anderem
der deutsche Energieversorger RWE beteiligt.
Der Iran verfügt über die
zweitgrößten Gasreserven, die weltweit nachgewiesen sind. Bereits jetzt
exportiert das Land nach Auskunft seines Vize-Ölministers jährlich zehn
Mrd. Kubikmeter Gas in die Türkei. Diese Menge könne für den Bedarf der
Nabucco deutlich erhöht werden, sagte Ramazani, der gleichzeitig auch Chef
der staatlichen Erdgasgesellschaft NIGC ist. Derzeit würden bereits zwei
Anschluss-Pipelines an die Nabucco entwickelt.
Eine soll Gasfelder am
Persischen Golf anbinden, die andere sei dafür gedacht, Nabucco mit
Vorkommen in zentralasiatischen Ländern zu verbinden. "Wir werden beide
Pipelines bauen", sagte Ramazani. Alleine aus dem Persischen Golf könnten
35 Mrd. Kubikmeter Gas im Jahr an Nabucco herangeführt werden. "Wenn die
Pipeline in einigen Jahren fertig wird, können wir liefern", sagte
Ramazani.
|