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Botschaft der Islamischen Republik Iran  Berlin

Der stellvertretende Ölminister, Azizollah Ramazani, im Gespräch mit der WELT

Iran will Westen mit Gas durch Nabucco-Pipeline versorgen

Welt Online, 9. Oktober 2009

 

 

Die islamische Republik Iran will Lieferant für das Pipeline-Projekt Nabucco werden. Das sagte der stellvertretende Ölminister des Landes, Azizollah Ramazani, im Gespräch mit der WELT. "Wir sind bereit, Gas nach Europa zu liefern." Sein Land könne bis zu 35 Mrd. Kubikmeter im Jahr für den Export bereitstellen, sagte Ramazani am Rande der Weltgaskonferenz in Buenos Aires. Das entspricht etwa einem Drittel des jährlichen Verbrauchs in Deutschland.

Sollte eine Einigung mit dem Iran gefunden werden, wäre das der wirtschaftliche Durchbruch für das Projekt. Mit der Nabucco-Pipeline sollen Gasfelder im Mittleren Osten und in Zentralasien an die europäischen Netze angeschlossen werden, um so die Abhängigkeit von russischen Lieferungen zu verringern. Erst im Sommer hatten die fünf Nabucco-Staaten mit Hilfe der EU-Kommission ein internationales Abkommen unterzeichnet, um Rechtssicherheit für Investoren zu schaffen. Ab 2014 soll Gas fließen. An der Pipeline ist unter anderem der deutsche Energieversorger RWE beteiligt.

Der Iran verfügt über die zweitgrößten Gasreserven, die weltweit nachgewiesen sind. Bereits jetzt exportiert das Land nach Auskunft seines Vize-Ölministers jährlich zehn Mrd. Kubikmeter Gas in die Türkei. Diese Menge könne für den Bedarf der Nabucco deutlich erhöht werden, sagte Ramazani, der gleichzeitig auch Chef der staatlichen Erdgasgesellschaft NIGC ist. Derzeit würden bereits zwei Anschluss-Pipelines an die Nabucco entwickelt.

Eine soll Gasfelder am Persischen Golf anbinden, die andere sei dafür gedacht, Nabucco mit Vorkommen in zentralasiatischen Ländern zu verbinden. "Wir werden beide Pipelines bauen", sagte Ramazani. Alleine aus dem Persischen Golf könnten 35 Mrd. Kubikmeter Gas im Jahr an Nabucco herangeführt werden. "Wenn die Pipeline in einigen Jahren fertig wird, können wir liefern", sagte Ramazani.